Power Lions - löwenstark!

Deutschlands erste E-Rolli-Fußballmannschaft

Beim SV Motor Mickten Dresden e.V.

JAHRESRÜCKBLICK

 

Das Jahr neigt sich dem Ende. Zeit zurückzublicken. Viel ist passiert.

 

Der Januar startete mit einer traurigen Mitteilung, über den Tod eines unserer Mitspieler, Jörg Vetter. Fast zeitgleich bekamen wir die wunderbare Nachricht der Dresdner Lions Clubs, dass unser E-Rolli-Team das ausgewählte Projekt für 2017 für den 10. Dresdner Enten Cup geworden ist. Ein Wechselbad der Gefühle, Freude und Trauer liegen manchmal eng beieinander. Wir glauben aber, dass auch Jörg sich über diese wunderbare Nachricht gefreut hätte und denken mit einem Lächeln an ihn zurück.

 

 

Im Mai reisten wir zu unserem ersten Turnier dieses Jahr nach Rheinsberg. Fünf Teams nahmen teil und wir belegten mit unseren beiden Mannschaften, „Power Lions“ und „Power Cats“, die beiden letzten Plätze.

 

Recht demotiviert, aber nicht hoffnungslos, stürzten wir uns in den folgenden Monaten in die Organisation rund um den Verkauf der Entenadoptionsscheine für den Entencup. Denn es winkte uns die einmalige Möglichkeit auf die Anschaffung echter Sportrollstühle und damit ernstzunehmend konkurrenzfähig zu sein. Es war eine anstrengende aber auch ganz wundervolle Zeit, die uns als Team wieder ein Stück näher zusammen brachte. Es hat uns gezeigt, was wir zusammen alles schaffen können und wir sind stolz auf das Ergebnis, denn Ende August zum Dresdner Stadtfest konnten wir mit 30.000 € fest rechnen.

 

 

Seit Juli diesen Jahres trainieren wir in der neuen BallsportARENA Dresden, eine der modernsten Sporthallen Deutschlands und Dresden sowieso. Es ist immer wieder ein Genuss die Reifen über den Glasboden quietschen zu lassen und wir hoffen, dass wir diese Trainingsstätte noch lange unsere „Heimat“ nennen dürfen.

 

 

Im September begannen wir mit der Organisation unserer nächsten Turnierreise, dem 4. Otto Bock Cup in Wien. Wir waren seit 2014 jedes Jahr Teilnehmer dieses internationalen Turniers, bisher aber immer nur mit einem Team. Dieses Jahr konnten wir erstmalig mit zwei Teams antreten. Der Vorteil in Wien: es konnte in zwei Ligen gespielt werden. Unsere beiden Teams, technisch und auch spielerisch, unterschiedlich stark ausgestattet, waren keine Gegner, sondern jedes Team spielte seinen Fähigkeiten entsprechend in der richtigen Liga. Es war für uns eines der erfolgreichsten Turniere überhaupt, denn zum ersten Mal überhaupt hatten wir nicht das Gefühl „nur hinterherfahren“ zu können. Maßgeblich dazu beigetragen hatte die Firma Otto Bock, die uns für dieses Turnier zwei ihrer Sportrollstühle leihweise zur Verfügung stellte. Vielen Dank nochmals an dieser Stelle. Auf der Motivationsskala ging es bei unseren Spielern steil nach oben und es ist kaum zu beschreiben, welches Gefühl in jedem einzelnen von uns in Wien entstand.

 

Keine Trainingspause wollten wir uns nach dem Turnier gönnen, doch die vom Kalender verordneten Weihnachtsferien zwangen uns nun doch ein wenig ruhiger zu treten.

 

Bei einer kleinen Weihnachtsfeier in gemütlicher Runde mit Glühwein, wie immer, reichlich Speisen und Karaoke, gab es sogar noch Geschenke. Einige Preise vom Entencup wurden von ihren Gewinnern nicht eingelöst und konnten an unsere Spieler, Trainer und Unterstützer ausgereicht werden. Jeder einzelne hat sein bestes dieses Jahr gegeben und diese kleine Überraschung mehr als verdient. Für den Sommer haben wir noch ein Spanferkel, worauf wir uns schon alle sehr freuen.

 

 

 

Zufrieden schauen wir auf ein wirklich ereignisreiches Jahr, halten inne, denken und danken unseren zahlreichen Helfern und Unterstützern, die wir 2017 für uns gewinnen konnten. Einen besonderen Dank möchten wir an die Dresdner Lions und Leo Clubs richten. Der Dresdner Entencup ist eine tolle Institution in unserer Stadt und wir hoffen, dass es ihn noch ganz lange gibt, damit noch viele tolle Projekt unterstützt werden können. Damit verbunden waren ganz viele Menschen an unserer Seite, die für und mit uns die Entenadoptionsscheine verkauft haben.

 

Ebenso danken wir Herrn Peter Simmel, der uns seit Beginn diesen Jahres monatlich mit einer Spende unterstützt und diese Regelmäßigkeit auch 2018 weiter führen möchte. Dadurch war es uns möglich an zwei Turnieren teilzunehmen und auch 2018 werden Turnierreisen somit finanziell zu einem Großteil abgesichert sein. Das ist uns eine wahnsinnig große Hilfe und wir sind sehr, sehr froh, dass das so möglich ist. Außerdem stießen wir stets auf offene Ohren im SUFW bei Herrn Weihrauch, der immer eine ausgeklügelte Lösung und eine Werkstatt für unsere Rollstühle und Guards hatte.

 

 

Unser Sanitätshaus gibt es seit Mitte des Jahres nicht mehr, dennoch, bis dahin waren wir in guten Händen und fühlten uns individuell verstanden. Nun sind wir auf der Suche nach einem neuen Sanitätshaus, denn ein gutes Sanitätshaus an unserer Seite ist so wichtig, wie des Läufers Schuhfachhandel. Erste Gespräche hatten wir bereits und für 2018 sind wir sehr optimistisch, dass wir einen verlässlichen Partner finden.

 

 

 

Für das neue Jahr wünschen wir uns lediglich Gesundheit für alle unsere Spieler, Trainer und Unterstützer. Alles Weitere steckt in uns selbst und mit den richtigen Menschen an unserer Seite, dem nötigen Engagement, dem Feuer und der Leidenschaft aus diesem Jahr können wir gemeinsam noch viel erreichen. Fußballträume können wahr werden!

 

 

Bleiben auch Sie gesund, denn 2018 haben wir GROßES geplant: wir organisieren ein internationales Power Soccer Tournament in Dresden und hoffen, dass Sie uns am Spielfeldrand anfeuern werden.

Kommen Sie gut ins neue Jahr und bleiben Sie uns treu.

 

Romy Pötschke & Thomas Mittag

 


DOPPELTES FINALE

 

Zum vierten Mal in Folge nahm der SV Motor Mickten am Ottobock.Cup im E-Rolli-Fußball in Wien teil. Neu in diesem Jahr: wir konnten mit zwei Teams in zwei Ligen antreten. Außerdem war es uns erstmalig möglich beide Teams mit einem großen behindertengerechten Reisebus nach Wien zu bringen, was eine enorme Erleichterung darstellte. Alle Spieler konnten bequem in ihren Alltagsrollstühlen sitzen bleiben und gemeinsam die Turnierreise beginnen und ausklingen lassen. Neben den beiden Dresdner Teams ging noch ein weiteres deutsches Team aus Barmstedt, bei Hamburg, in Wien an den Start. Insgesamt spielten 54 gemeldete E-Rollstuhlsportler in 9 Teams, in der Euroliga und der Superliga um die besten Plätze.

 

Bereits am Freitagabend hatten unsere Power Lions ihr erstes Gruppenspiel gegen die Wild Wheels aus dem Burgenland und konnten dieses, trotz 8 Stunden Anreise, klar für sich mit einem 2:0 entscheiden. Die ersten drei Punkte waren somit in der Superliga gesichert. Am Samstagmorgen ging es dann auch für unsere Power Cats in der Euroliga aufs Parkett. Sie spielten gegen die Austria Alls-Stars ein solides 1:1. Im Spiel gegen die Danube E-agles waren die Katzen dann endgültig in Wien angekommen und spielten hier ein sensationelles 2:8 heraus. Ein unglaublich spannendes Spiel! Auf den Zuschauerplätzen wurde mit gefiebert und aus voller Kehle angefeuert. Ohne Frage, wir haben die besten Fans! Nun mussten es auch die Power Lions mit ihrem wohl stärksten Gegner aufnehmen. Im Spiel gegen die Thunder E-agles aus Wien kämpften sie so hart wie nie zuvor und brachten den Ball, zur Überraschung aller, erstaunlich oft auf die gegnerische Seite. Dennoch waren die erfahrenen Spieler der Thunder E-agles spielerisch überlegen und siegten mit einem 0:3 gegen unsere Dresdner Löwen. Wenn wir aber auf die Ergebnisse aus den vergangenen Jahren schauen, konnten wir uns deutlich steigern.

Dank der Firma Ottobock, die uns für diese, für uns so wichtige Turnierreise zwei Sportrollstühle leihweise zur Verfügung stellte, fühlten wir uns zumindest technisch nicht mehr komplett unterlegen – ein völlig neues Spielgefühl!

 

16 Uhr am Samstag kam es zum innerdeutschen Derby, die Power Lions gegen die Barmstedt Knigths. Beide Teams hoch motiviert und mit absolutem Siegeswillen schenkten sich nichts. Im vergangenen Jahr verloren die Power Lions noch ganz knapp nach Penaltyschießen. Dieses Jahr zeigten sie, was ein Jahr harte Arbeit und der richtige Rollstuhl unter dem Hintern ausmachen und verändern kann. Wenn beide Teams technisch annähernd gleichwertig aufgestellt sind, entscheidet das spielerische Können und so konnten die Power Lions dieses Jahr einen eindeutigen Sieg mit 0:2 gegen die Knigths nach Hause holen.

 

In der Gruppenbewertung standen wir damit vorläufig auf Platz zwei, denn zwei weitere Gruppenspiele in der Superliga wurden erst am Sonntagvormittag ausgetragen. In diesem Fall reichte unseren Lions ein 0:0 gegen die Steelchairs aus Linz für den Einzug ins Finale. Die Power Cats hatten ihren ersten Tabellenplatz sicher am Samstag erspielt. Dass wir es dieses Jahr mit beiden Teams ins Finale schaffen würden, hatten wir vielleicht im Stillen gehofft, aber wirklich auszusprechen wagte es kaum einer. Wie fast jedes Jahr flossen die Tränen in unserem Team, aber diesmal waren es Freudentränen, Tränen der Erleichterung, Tränen über das erste geschossene Tor, Tränen der unglaublichen Emotionen, die man nur in einem unwahrscheinlich eng zusammengewachsenen Team erlebt. Ohne zu übertreiben, behaupten wir: „hier geht jeder für jeden durchs Feuer, hier steht niemand allein!“

 

Am Sonntag bestritten unsere Katzen gegen die Red E-agles aus Wien ihr wohl spannendstes Spiel. Ein Rollstuhlausfall auf unserer Seite verbreitete Angst und Schrecken im Team und auf den Fanplätzen. Doch unsere leidenschaftlichen Spieler gaben alles. Jessica Fischer (Nr. 17) wuchs über sich hinaus, behielt die Nerven und hielt im Penalty jeden gegnerischen Ball. Gratulation zum ersten Platz! Annett Hanicke (Nr. 3) wurde mit 8 Treffern Torschützenkönigin der Euroliga. Wir sind so stolz!

 

Im Finale der Superliga standen sich unsere Power Lions und die Thunder E-agles wieder gegenüber, aus dem die Österreicher als klarer Gewinner mit 0:3 hervorgingen. Dieser 1. Platz ist wohl verdient und bleibt in Österreich. Wir gratulieren herzlich und freuen uns über den zweiten Platz, als wäre es der erste. In der nun vor uns liegenden Zeit können wir unsere Spielfehler besprechen und trainieren. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

Als bester Spieler des Turniers wurde Acacio Cossa (Nr. 14) von den Power Lions völlig zu recht ausgezeichnet. Super gespielt!

 

Ein Herzlicher Dank an unsere Trainer Angelika Zschornack und Hubertus Delenk und an unsere Techniker Thomas Mittag, Axel Dominikowsky und Stefan Wicklein. Ohne euch wären wir nur halb.

 

Außerdem begleiteten uns wieder viele Assistenten, Mütter, Väter und Partner. Ohne deren Engagement wäre so eine Reise für unsere Spieler niemals möglich. Vielen, vielen Dank!

 

Romy Pötschke


SPIELTAG MIT FREUNDEN

 

 

Wir wollen noch einmal erinnern: am Samstag findet unser "Spieltag mit Freunden" statt.

 

Wir freuen uns über jeden Gast.


ENTENCUP 2017

Der Dresdner Entencup ist inzwischen eine feste Institution in unserer Stadt, initiiert durch die Dresdner Lions-Clubs und Leos. Seit dem ersten Entencup 2007 konnten bisher insgesammt 225.000 EUR für einen sozialen Zweck gesammelt werden.

 

Die Hauptakteure sind gelbe Plastik-Enten (7.000 Stück), die wie Hochleistungssportler mit der Startnummer ihres Paten auf der Brust in einem spannenden Wettrennen auf der Elbe, von der Carolabrücke bis zum Zielpunkt Augustusbrücke, schwimmen.

 

Das Rennen beginnt am 20. August 2017 um ca. 15:15 Uhr.

 

Zu gewinnen gibt es tolle Preise.

 

Quelle: http://www.dresdner-entencup.de/DresdnerEntencup.html

 

Wir freuen uns besonders, dass wir dieses Jahr das begünstigte Projekt sein dürfen. Mit dem, durch Sie, gespendeten Geld, wird es uns am Ende des Jahres möglich sein drei Sportrollstühle anzuschaffen, die extra für E-Rolli-Fußball entwickelt wurden. Mit diesem besonderen "Sportgerät" werden wir unsere Leistungsfähigkeit auf dem internationalen Power Soccer Parket enorm steigern können. Für jeden einzelnen unserer Spieler ein Wunschtraum, der bisher als absolut unerreichbar schien. Mit herzlichstem Dank an Sie, liebe Paten.


SPIEL, SPASS UND EMOTIONEN

Am Wochenende des 6. und 7. Mais fand der erste HausRheinsberg Powersoccer Cup statt. Powersoccer oder, wie es in Deutschland oft heißt, E-Rollstuhl-Fußball ist eine wettbewerbsfähige Sportart für Menschen mit Behinderung, die einen Elektrorollstuhl nutzen. Das Turnier in Rheinsberg stellt einen weiteren Schritt zur Etablierung der noch jungen Sportart für Menschen mit Behinderung in Deutschland dar.

In der Sporthalle der Salvador Allende Grundschule in Rheinsberg liegt eine besondere Atmosphäre in der Luft. Der erste HausRheinsberg Powersoccer Cup findet statt. Insgesamt acht E-Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer – drei Feldspieler und ein Torwart pro Team – jagen mit ihren Sportgeräten über das Parkett. Die Reifen quietschen, gelegentlich ertönt ein lautes Scheppern, wenn zwei Spieler aneinandergeraten, und immer wieder prallt der übergroße Fußball mit einem satten Schmatzen von den Schutzgittern ab, die vor jeden Elektrorollstuhl montiert werden.
 
Zwei Spieler klemmen den Ball zwischen ihren Rollstühlen ein.

Eingeladen zu diesem ersten internationalen Powersoccer Turnier in Deutschland hatten die Agentur Frontcourt zusammen mit dem HausRheinsberg, wo alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer untergebracht waren, und die Fürst Donnersmarck-Stiftung. Fünf Teams aus Deutschland und Österreich folgten an diesem ersten Maiwochenende dem Ruf und machten untereinander den Sieg aus. Neben 28 Spielerinnen und Spielern sorgten zahlreiche Helfer und Techniker für einen reibungslosen Ablauf der Spiele, sodass insgesamt 78 Personen am Turnier teilnahmen. Wenn man bedenkt, dass Powersoccer erst seit 2014 in Deutschland gespielt wird, ist das ein ansehnlicher Erfolg.
 
Spieler des ASKÖ Wien und der Knights Barmstedt beim Kampf um den Ball

Die Zuschauer vor Ort sahen ein abwechslungsreiches Turnier mit spannenden Partien und spektakulären Spielzügen. Den Gesamtsieg feierte die Mannschaft des ASKÖ Wien, die während des gesamten Turniers nur ein Gegentor hinnehmen musste. Mit Ilias Jusic stellte sie auch den Topscorer des Turniers. Zweiter wurden die Knights Barmstedt vor dem Team Steelchair Linz aus Österreich. Der SV Dresden reiste gleich mit zwei Teams nach Rheinsberg, von denen die Power Lions den vierten und die Power Cats den fünften Rang belegten.

In seinen Schlussworten zog Heiko Striehl von der Agentur Frontcourt ein positives Fazit und hob nicht nur die Leistungen der Aktiven, sondern auch der zahlreichen Helferinnen und Helfer, Techniker und der vier Schiedsrichter hervor, die alle Partien des Wochenendes souverän leiteten. Im Anschluss an die Siegerehrung konnten sich alle Aktiven in der Rheinsberger Sonne von den Strapazen des rundum gelungenen Turniers erholen.

Quelle:

https://www.fdst.de/aktuellesundpresse/aktuell/2017/powersoccer-turnier-rheinsberg/